SEO 2017: 6 essenzielle Tipps zu Semantischem SEO, Mobile First Indexing & mehr

SEO Content Marketing Tipps 2017 (1)

Content, Content und nochmals Content. Wir fokussieren uns so sehr auf das ultimative Hype-Thema unseres Zeitalters, dass viele von uns oftmals vergessen, sich auf einen mindestens ebenso wichtigen Treiber des digitalen Erfolgs zu konzentrieren:

SEO 2017

Die rasanten Entwicklungen der digitalen Transformation und der allgegenwärtige und kontinuierliche Shift klassischer Browser- und somit URL-basierter Informationsvermittlung hin zu einer offenen, durch APIs gestützten universellen Verarbeitung provozieren eine vollkommen neue Herangehensweise an das Thema der Suchmaschinenoptimierung. Schlagworte wie semantische Suche, Voice Search, Mobile First Indexing, Deep Learning und RankBrain zeichnen ein facettenreiches Bild davon, wie SEO in der Zukunft aussehen wird. Umso wichtiger ist es also für Unternehmen, ihre Strategien diesbezüglich neu zu bewerten und eventuell anzupassen. Um Sie auf diesem aufregenden Weg zu begleiten, haben wir 6 wichtige Phänomene dieser Transformation unter die Lupe genommen. SEO 2017: Auf auf in die Zukunft – es wird ein Fest!

1 – Mobile First Indexing & Mobile SEO 2017

Bereits in unserem Trendbuch des Digitalen haben wir darauf hingewiesen: Mobile Indexing übernimmt Desktop-Indexierung. Haben Webmaster bisher innerhalb ihres HTML-Codes mithilfe der ‘rel=alternate’ and ‘rel=canonical’ Links markiert, wenn zu einer Desktop Seite eine alternative mobile Version vorhanden ist, sodass ein Crawler diese zusätzlich untersuchen und Indikatoren zu dem SEO Wert der Desktopseite hinzufügen konnte, dreht sich nun der Spieß. Aber so richtig. Google wird in Zukunft nicht mehr danach suchen, ob es zu einer Desktop- auch eine mobile Version gibt, sondern ob ein mobiler Auftritt im Zweifel auch auf dem Desktop gefunden werden kann. Warum? Weil schon jetzt über 50% der Suchanfragen bei Google mobil getätigt werden. Wir bei Styla sehen ebenfalls, dass 56% der Seitenaufrufe von Magazinen unserer Kunden von mobilen Devices aus geschehen.

50% der Suchanfragen bei Google werden über das Smartphone getätigt! Das müssen Sie für Ihr SEO 2017 beachten.

Und was bedeutet das für Ihr SEO 2017?

Responsive Design allein wird bald nicht mehr ausreichen und ist schon jetzt zur Grundvoraussetzung, um überhaupt bei Google zu ranken. Wir müssen also sicherstellen, dass all jene Informationen, die der Crawling Bot bisher zur Indexierung von Desktop-Seiten nutzte, auch in der mobilen Version vorhanden sind.

Das heißt:

  • Title Tags
  • Description Tags
  • href = lang tags
  • canoncial Tags und
  • Schema.org Markups.

Auch alle OG-Tags & Twitter-Maps gehören dazu. Links zu XML- und Medien Sitemaps und  Robots-Anweisungen (on-Page Metas und robots.txt) dürfen Sie ebenfalls nicht vergessen, um sicherzustellen, dass Ihr Webauftritt in der Ära der Mobile First Indexierung die Sichtbarkeit erhält, die er verdient. Wir empfehlen darüber hinaus auch Links zum Impressum und zu Datenschutzrichtlinien in mobilen Seiten zu integrieren. Alles so, wie smarte SEOs das bereits schon immer gemacht haben, nur jetzt eben für mobile Devices. Und apropos zusammendenken: Stellen Sie auch sicher, dass Deep Links indexiert werden können, also Verbindungen zu Apps und Desktopversionen in Ihrem Code abgebildet werden.

Mit Tools wie dem Google’s Mobile-Friendly Tool oder den Chrome Developer Simulator Tool, das es Webmastern erlaubt, mobile Devices auf dem Desktop zu simulieren, können Sie besser verstehen, was ein Bot mobil crawlen kann und dementsprechend Optimierungen durchführen. Google Search Console oder Screaming Frog ermöglichen es darüber hinaus, Seiten mit dem Google Smartphone Crawler zu untersuchen und jene Tags herauszustellen, die verifiziert werden müssen.

2 – AMP

Da wir gerade von Googles neuestem Update gesprochen haben, sollten wir unbedingt auch einen Blick auf, hm — wie sollen wir es nennen? Begleiterscheinung? Logische Konsequenz? Unvermeidliches Anhängsel? – werfen. Denn Mobile First Indexing ist mehr eine Überschrift, ein Motiv sozusagen, als einfach nur ein weiteres Update des Suchmaschinen Giganten. MFI ist die Manifestation der digitalen Revolution und spiegelt die veränderten Verhaltensweisen von uns Nutzern wider.

Das ist wohl auch der Grund, warum Google so verliebt in sein AMP (Accelerated Mobile Pages) Projekt ist. Auf dessen Fahne steht “Yeah, benutzerfreundliche mobile Seiten für alle!” und steht also für den Versuch einer Standardisierung mobiler Seiten:  mit einer vereinfachten HTML5 Version sollen schnelle und smoothe mobile Erfahrungen kreiert werden. AMP wird in der Cloud gecacht und nicht auf dem eigenen Server. Vereinfachte Code-Sprache + Cloud Cache = rasante mobile Seite. Dass dieses Projekt aber vielleicht nicht nur den User, sondern vielmehr die Nutzung von Googles Cloud-Services fokussiert, ist die Kehrseite des ambitionierten Projektes und definitiv kritikwürdig. So oder so ist AMP aber ein weiterer Beweis für die Unvermeidbarkeit des Mobile SEO.

AMP (Accelerated Mobile Pages) werden eine große Rolle spielen in der SEO 2017

(P.S.: Einen ausführlichen Guide zu AMP finden Sie auf KeyCdn.com)

3 – Schema.org, Voice Search & Direct Answers

Strukturierte Daten, Code-Lesbarkeit und Clean-Coding werden immer bedeutender in Zeiten des Content-Overflows und der stetig wachsenden Versionen von Webauftritten sowie der damit einhergehenden Informationsflut. Schema.org ist eine Kollaboration verschiedener Suchmaschinen, die sich seit 2011 für eine einheitliche Datenstrukturierung einsetzt. Klingt grau und dröge? Ist es ganz und gar nicht, denn mithilfe von schema.org bzw. mit der Etablierung von Clean-Code-Policies stellen Sie sicher, dass Ihre Präsenz im World Wide Web für zwei weitere Mega-Trends bereit ist: Voice Search und Direct Answers. Deswegen arbeitet auch die Styla-Solution mit strukturierten Daten nach Schema.org. Dabei verwenden wir von Google empfohlene Techniken und reichern so unsere Stories mit Informationen an, die auch von Suchmaschinen verstanden werden können.

Überprüfen Sie also Ihren Code mit dem Schema.org-Validierungs-Tool von Google, um unsaubere Code-Zeilen zu identifizieren und zu bereinigen, damit Ihre Seite anschließend ordentliche und direkte Antworten auf Suchanfragen geben kann. Das wird gerade im Zusammenhang mit Voice Search und Direct Answers relevant. Immer mehr Suchanfragen werden mit W-Fragen gestellt, frei nach dem Motto “Wer, wie, was, warum — wer nicht fragt, bleibt dumm!”. Wenn Sie mit Vorgehensweisen wie denen von schema.org vorgeschlagenen agieren, können Sie adäquat auf diese Entwicklung reagieren, da Sie so bewerkstelligen, dass in den SERPs direkte Antworten auf diese Fragen auftauchen — Rich Snippets sei dank.

Werden wir doch einfach mal ein wenig konkreter und sehen  uns ganz einfach ein Beispiel an:

Clean Code macht den Unterschied: Achten Sie unbedingt auf Struktur und sauberen Code, sonst verlieren Sie im SEO 2017

adaptiert von SEJ (Search Engine Journal)

Nach einer Suche wie “What is the company name” würde das erste Code-Fragment in den SERPs mit Copyright Company Name, All Rights Reserved antworten, statt mit Company Name. Nur wenn Code so sauber und strukturiert ist, wie im zweiten Fragment, kann die richtige Antwort in den SERPs erscheinen. Fehler wie diese werden mit dem Schema.org-Validierungs-Tool sichtbar. Nutzen Sie es!

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Aber nicht nur ordentlicher Code ist wichtig, sondern natürlich auch ordentlicher Content. Nur mit gut recherchiertem, ausgezeichnet geschriebenem und aufgearbeitetem Content, bei dessen Planung bereits an alle Möglichkeiten der semantischen Suche mitgedacht wurde, können Sie im neuen SEO-Zeitalter bestehen. SEO-Content ist, entgegen der vorherrschenden Meinung, ganz und gar nicht tot. SEO-Content entwickelt sich ganz einfach entsprechend der Bewegungen weiter, was uns zum nächsten wichtigen Punkt auf unserer SEO 2017 Liste bringt: Welche Rolle spielen Keywords dieser Tage?

4 – LSI-Keywords

Latent Semantic Indexing Keyword — das sind Keywords, die zum Hauptkeyword in einer semantischen, also bedeutungsähnlichen Relation stehen. Mit der Etablierung von LSI-Keywords in Ihre SEO-Strategie ermöglichen Sie es Crawling-Bots, Ihre Seite für ein Keyword als relevant einzustufen, ohne das dieses unbedingt und explizit genannt werden muss. Das geht, da Sie auf Suchanfragen rund um eben jenes Keyword dank LSI-Keywords auf verschiedene Weise antworten können — sogar ohne, dass das Keyword selbst in ihrem Content auftaucht.

Was bedeutet das genau?

Fokussieren Sie sich nicht auf einzelne Keywords. Denken Sie größer — ja, grenzenloser. Erstellen Sie Keywordlisten, in denen Sie zahlreiche semantisch relevante Keywords und Fragestellungen sammeln. Verarbeiten Sie diese LSI Keywords in Ihrem Content. Soolve oder AnswerThePublic (hier kann man sogar festlegen, für welches Land man Ergebnisse erhalten mag) sind großartige Tools, um LSI Keywords zu finden.

Voilà: Anforderungen der Semantischen Suche? Check!

[easy-tweet tweet=“LSI Keywords liefern Direct Answers, die Ihnen bessere Sichtbarkeit in den SERPs bescheren.“ user=“getstyla“ hashtags=“#SEO“ template=“dark“]

5 – RankBrain

RankBrain. Das ist Machine Learning und Künstliche Intelligenz galore. Beinahe magisch. Auf jeden Fall ziemlich nostradamusisch, denn mit RankBrain beantwortet Google Suchanfragen, die so noch keiner gestellt hat. So kann Google Voice Searches beantworten und auch auf die seltsamsten Fragestellungen reagieren, da das System Sprache in mathematische Muster einbettet. Diese mathematischen Muster werden dann benutzt, um mit Hinzunahme bereits vorhandener, ähnlicher Ergebnisse verschiedener Algorithmen die Suchanfrage einer Antwort zuzuordnen. Ja, das System lernt! Und wird stetig klüger. Sie sehen damit umso deutlicher, wie wichtig die Optimierung Ihres Content hinsichtlich semantischer Suche ist.

[easy-tweet tweet=“RankBrain forever changed the way we optimize our website’s content for search engines.“ user=“getstyla“ user=“sejournal“ hashtags=“#SEO“ template=“dark“]

6 – No Go’s SEO 2017

Es ist offiziell: Die Interstitial / Pop-Up Bestrafung (Google Intrusive Interstitials Mobile Penalty) ist kein Gerücht mehr. Was nach Folter klingt, kann zu solcher werden, wenn Sie im Zuge Ihrer Mobil-SEO nicht auf Usability achten. Pop-Ups auf mobilen Seiten verlängern nicht nur unnötig die Ladezeiten auf Devices, sie sind auch schlichtweg nervig und verärgern den User. Deswegen straft Google seit dem 10. Januar 2017 mit Rankingeinbußen ab. Verzichten Sie deshalb in Zukunft auf Sumome oder Newsletter Pop-Ups. Vor allem im mobilen Kontext.

Also, auf in das neue SEO-Jahr!

Wir betonen ja immer und immer wieder, dass die digitale Transformation vor allem eins bedeutet: Ein universelles Umdenken. Bereiche voneinander abgegrenzt denken, Abteilungen zu kreieren, in denen sich unabhängig voneinander um im Grunde zusammengehörende Themen wie E-Commerce, Content Marketing, SEO, Web-Development und Sales gekümmert wird – das kann die Ansprüche unsere Ära nicht genügend adressieren. Wir brauchen runde Tische und kontinuierliche Zusammenarbeit unter den Abteilungen — gemeinsame Ziele also.

Auch im SEO spielt das eine immer größere Rolle. Es als eine Disziplin des Marketings zu betrachten, die neben Performance und Content existiert und als Ganzes, unabhängig von allen anderen Bereichen eines Unternehmens agiert, wird Einbußen in zukünftiger Sichtbarkeit bedeuten. Semantische Suche, RankBrain, Mobile SEO oder AMP zeigen alle in eine Richtung: Zusammen ist die digitale Zukunft.

 

 

Geschrieben von

Anja Fordon is Content Marketing Manager at Styla. She creates content marketing campaigns, writes articles about digital storytelling, social media and e-commerce, sharing her expertise on both German and English blogs at Styla. When she's not doing that, she enjoys throwing paint on canvas and reading loads of books. Feel free to get in touch with her on Twitter or LinkedIn!