Mobile-Commerce-Strategien: So begeistern Brands ihre Kunden am Smartphone

Mobile Commerce with Shopgate

Mobile Commerce ist der stärkste Wachstumstreiber des modernen Handels. Denn das Einkaufen am Smartphone bietet so viel mehr, als nur einen schnelleren Kaufabschluss. Es ist der persönlichste Touchpoint mit einer Marke, seinen Produkten und dem Lebensgefühl, das dahinter steht. Aus diesem Grund geht es bei modernen Mobile-Commerce-Strategien schon lange nicht mehr darum, die bestehenden Inhalte einfach nur aus dem Desktop-Shop in ein mobil taugliches Format zu bringen. Gefragt sind vielmehr kreative mobile Konzepte, die maßgenau auf das Produkt und die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind.

 

Bevor wir uns in diesem Beitrag den Händlern widmen, die dies schon erfolgreich umgesetzt haben, ist es wichtig, zu verstehen, wie die mobilen Nutzer von heute eigentlich ticken.

 

App First ist der neue Trend im Mobile Commerce

Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr: Im letzten Jahrzehnt hat sich das Smartphone vom Luxusartikel zum Massenmedium gemausert, das aus dem Alltag des modernen Menschen nicht mehr wegzudenken ist. Dennoch ist vielen von uns nicht bewusst, dass wir von der gesamten Zeit, die wir heutzutage durchschnittlich am Smartphone verbringen, in 88 Prozent der Fälle in einer App und nur in 12 Prozent der Fälle im mobilen Web unterwegs sind. Das sind pro Nutzer durchschnittlich 3 Stunden pro Tag, Tendenz steigend. Dabei hat der durchschnittliche Smartphone-Nutzer heutzutage 80 Apps auf dem Handy installiert, von denen er immerhin die Hälfte, sprich 40, aktiv nutzt. So die jüngsten App Annie-Zahlen. Die oftmals kritisch diskutierte App hat sich somit zum wichtigsten mobilen Medium entwickelt.

 

Die großen Shops in Deutschland hinken mobil noch hinterher

Ein Blick auf die laut EHI 1.000 größten Online-Shops in Deutschland bestätigt, dass Unternehmen nach und nach aus dem Dornröschenschlaf erwachen und die Relevanz einer App für ihr eigenes Business erkennen. Denn die Zahl der Apps ist laut der aktuellen EHI-Studie um 33 Prozent gestiegen. Trotzdem haben 67 Prozent der 1.000 größten Online-Shops noch keine App. Obwohl in diesem Jahr sicherlich noch einige Unternehmen nachziehen werden, mangelt es aktuell noch an einer strategischen Ausrichtung dieses Vertriebskanals. Bislang basieren viele Konzepte darauf, die Funktionalitäten vom Desktop einfach auf die App zu übertragen. Eine gut durchdachte digitale Markenstrategie sollte jedoch genau den umgekehrten Weg gehen und noch vor dem Launch einer App die Frage stellen, welche innovativen Konzepte und Technologien Konsumenten einen wirklichen Zusatznutzen bringen. Egal ob Facial Recognition Technology, Augmented Reality oder Location Based Marketing – die Frage ist: Wie können Mehrwerte und außergewöhnliche Shopping Experiences für den Endverbraucher geschaffen werden?

 

Best Practices für starke mobile Konzepte

Für Online-Händler besteht die Herausforderung in den nächsten Jahren darin, App-Use-Cases zu entwickeln, die mindestens einen der folgenden drei Faktoren erfüllen:

  • Sie sollten auf den mobilen Nutzungskontext zugeschnitten sein,
  • das Markenerlebnis steigern und
  • die Interaktion mit der Brand erhöhen.

Die Shopping-Apps von Ikea, L’Oréal und Nike machen es vor.

 

1. Die Ikea Place App

Die Ikea Place App zeigt, wie eine auf Service-Leistungen ausgerichtete App das Marken-Engagement erhöhen kann. Der Schlüssel zum Erfolg ist Augmented Reality: Ikea-Produkte lassen sich virtuell in den eigenen vier Wänden platzieren. Der User kann dadurch im Vorhinein testen, ob und wie beispielsweise das favorisierte Möbelstück in der eigenen Wohnung wirkt. Im Vordergrund dieser App steht also weniger der Verkauf – zumal bei Möbeln dem Einkauf lange Entscheidungszyklen vorausgehen –, als vielmehr die Emotionalisierung und eine positive Interaktion mit der Marke.

 

2. Die L’Oréal Beauty-App

Mit der Beauty-App von L’Oréal ist der großen Kosmetik-Brand ein außergewöhnlicher Coup gelungen: Mithilfe von Augmented Reality können Kundinnen und Kunden nach Herzenslust die L’Oréal-Beauty-Welt entdecken und neue Looks ausprobieren. Das Prinzip dahinter ist einfach: Die Smartphone-Kamera erfasst das Gesicht, das daraufhin wie in einem Spiegel sichtbar wird. Und schon startet die virtuelle Schmink-Session und die Nutzer werden aufgefordert, die neuesten Styles auszuprobieren, erhalten Look-Vorschläge und können sich unkompliziert und mit einer Menge Spaß ihr neues Lieblings-Make-up aussuchen. Auch bei dieser App steht die positive Interaktion mit der Brand im Vordergrund. Zugleich haben Kundinnen und Kunden analog keine Möglichkeit, derart viele Looks an sich selbst auszuprobieren ohne sämtliche Filial-Tester in Mitleidenschaft zu ziehen.

 

3. Nike-Run Club

Mit seiner App „Nike+ Run Club” gelingt es Nike auf innovative Weise, eine einzigartige Marken-Experience zu kreieren, die sogar eine eigene Community aus Nike-Anhängern ins Leben gerufen hat. Die App und die Brand werden durch die Dokumentation der eigenen Läufe in der App sowie die Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Usern geschickt in den Alltag des Nutzers integriert. Auf diese Weise stärkt das Unternehmen die Markenbindung nachhaltig.

 

Fazit: Die App-Zukunft liegt in kreativen mobilen Konzepten

Fragt man nach der Zukunft des Mobile Commerce, wird deutlich, dass es nicht genügt, lediglich auf den mobilen Zug aufzuspringen und den Desktop-Shop in der App zu spiegeln. Statt mobil zu optimieren ist es essenziell, mobil zu denken. Denn obwohl die oben genannten Beispiele kreativen Input geben, fehlen noch mehr solcher Ideen im deutschsprachigen Raum. Gefragt sind innovative mobile Konzepte, die maßgenau auf das Produkt und die Bedürfnisse, die Kundinnen und Kunden an dieses stellen, ausgerichtet sind. Nur so gelingt langfristig ein Einkaufserlebnis, das diesen Namen auch verdient.

 

Ein sehr vielversprechendes Konzept wurde im gemeinsamen Webinar behandelt: Shoppable Content, eine Technik, die eine Lösung bietet, um aus inspirierten Lesern leidenschaftliche Käufer zu machen. Was Shoppable Content konkret ist, worin seine Vorteile liegen und warum Shoppable Content unbedingt auch mobil sein sollte, besprechen die Experten von Styla, Shopgate und Shoepassion.

 

Über Shopgate:

Mit Shopgate CONNECT können professionelle E-Commerce-Player maßgeschneiderte mobile Shopping Experiences kreieren. Grundlage ist die offene, auf High End Technology basierende PaaS-Solution CONNECT. Die modulare Architektur von CONNECT ermöglicht es Agenturen und Partnern mit geringem Aufwand bestehende Commerce-Module flexibel zu integrieren sowie neue Module effizient zu erweitern. Mit über 10 Jahren Erfahrung im Mobile Commerce setzt Shopgate CONNECT auf eine 360°-Strategie, welche die Bereiche Consulting, Development, Design, Hosting, Maintenance und Full-Stack App-Marketing in einen ganzheitlichen Ansatz integriert.

Geschrieben von

Ilka Großecappenberg ist die Marketing-Strategin bei Shopgate, dem PaaS-Anbieter für maßgeschneiderte mobile Shopping Experiences. Den E-Commerce Markt mit seinen Trends und Entwicklungen stets fest im Blick gibt sie Online-Händlern hilfreiche Tipps und Tricks rund ums Mobile Marketing. Mit mehr als 10 Jahren Erfahrung in der Offline- und Online-Kommunikation dreht sich für sie alles ums richtige Targeting.